... ...
Mitsubishi Lancer Evo IX, 380 PS, 2,0 l, Baujahr
2007, bei uns von 2008 - ?
0 - 100 km/h in 4,3 s, Topspeed 280 km/h.
Die Leistung wurde durch einige Umbauarbeiten gesteigert
(Ladeluftkühler, Krümmer, Software, Auspuffanlage, Zylinderkopf)
TESTBERICHT:
Die neue Evolutionsstufe steht nun als Mitsubishi
Lancer Evolution IX bei den Händlern.
Für den japanischen Autobauer erfüllt der "Evo" eine wichtige
Funktion: Es ist sportliches Aushängeschild,
Image- und Technologieträger. Der Neue repräsentiert wie schon seine
Vorgänger den aktuellen Stand
einer Entwicklung, die 1992 mit dem Evo I ihren Anfang nahm und in der über
vierzigjährigen Motorsporttradition
von Mitsubishi wurzelt. Die Erfolgsbilanz weist unter anderem fünf Rallye-Weltmeisterschaften
mit vier Fahrer-
und einem Markentitel aus. Dazu kommen Gesamtsiege in Wettbewerben wie der
"East African Safari"
und der "Bandama Rallye", die zu den härtesten Prüfungen
ihrer Art zählen.
Seit je her hat der Renner für die Straße nur zwei Reaktionen provoziert:
Glückliches Strahlen in den Augen
seiner Fans oder ungläubiges Kopfschütteln aller anderen. Wenn der
Evo an der roten Ampel steht, zieht er
die Blicke auf sich wie ein 911er Turbo - nicht nur wegen seines Thekengroßen
Heckflügels. Und wenn er
dann bei Grün losstürmt, sorgt sein Triebwerk für Sound in
the City. Das wird bei Nummer 9 nicht anders sein.
Als Antrieb dient dem japanischen Familiensportler die jüngste Ausbaustufe
des Vierzylinder-DOHC-Vierventilmotors 4G63.
Zu den technischen Merkmalen des Zweiliter-Triebwerks (Bohrung/Hub: 85,0 x
88,0 Millimeter) zählt ein
neu abgestimmter, zweiflutiger Abgasturbolader mit Ladeluftkühlung, der
im Zusammenspiel mit der variablen
Ventilsteuerung MIVEC (was für Mitsubishi Innovative Valve timing and
lift Electronic Control System steht)
nochmal mehr Leistung und Drehmoment bringt.
15 PS mehr
Durch die Verlängerung des Turbolader-Luftstromkanals verbessert sich
die Durchzugskraft bei
niedrigen und mittleren Drehzahlen - und damit das Ansprechverhalten und die
Beschleunigungsreserven.
Zugleich sorgt diese Konfiguration für eine - bescheidene - Reduzierung
des Kraftstoffverbrauchs
auf 10,6 Liter Super Plus pro 100 Kilometer. Und: Mittlerweile erfüllt
das Triebwerk auchg die Euro-4- Abgasnorm.
Die daraus resultierenden Zahlen: Aus den zwei Litern Hubraum kommen 206 kW/280
PS, 15 mehr als beim Vorgänger.
Das Drehmoment von 355 Nm liegt bei 3500 U/min an. Das bringt eine Beschleunigung
von
0 auf 100 km/h in 5,7 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von. 250
km/h (5 km/h mehr als der Evo VIII).
Nur zum Vergleich: In Sachen Beschleunigung liegt Mitsubishis fixe Familienkutsche
damit auf dem
Niveau eines Lotus Elise oder eines Porsche Cayman.
Im Unterschied zum Fünfgang-Vorgänger
verfügt der Evo IX nun über ein neues, eng gestuftes
Sechsgang-Schaltgetriebe. Dafür, das die Urgewalt auch auf die Straße
kommt, sorgt das von Mitsubishi
entwickelte Allradsystem AWC (All Wheel Control) mit elektrohydraulisch gesteuertem
Mittendifferenzial
und ebenfalls elektrohydraulischem Hinterachsdifferenzial. An der Vorderachse
kommt ein mechanisches
Torsen-Sperrdifferenzial zum Einsatz. Die aktive Giermomentkontrolle steuert
die Verteilung der Antriebskraft
zwischen den Hinterrädern und ermöglicht eine Asymmetrie von bis
zu 70:30 zwischen linker und
rechter Hinterachs-Seite.
Die Technik einer Kurvenfahrt
Beim Anbremsen einer Kurve, vor allem bei nasser oder welliger Fahrbahn,
sperrt das aktive Mittendifferenzial, der größere Teil des Verzögerungsmomentes
wird auf das
kurveninnere Hinterrad verschoben. Im Kurveneingang reduziert sich die Sperrwirkung
des
Mittendifferenzials in Abhängigkeit von Lenkwinkel und Fahrgeschwindigkeit,
während das
Antriebsmoment an der Hinterachse zum überwiegenden Teil dem kurvenäußeren
Rad zugeteilt wird.
Nähert sich der Lancer dem Kurvenausgang, erhöht sich die Sperrwirkung
des Mittendifferenzials in
Abhängigkeit von der Beschleunigung wieder. Der größere Teil
des Antriebsmomentes wird nun dem
kurvenäußeren Rad zugeschlagen, der resultierende Drehimpuls um
die Hochachse reduziert die
Untersteuerneigung beim Herausbeschleunigen und sorgt für weitgehend
neutrales Kurvenverhalten.
Über einen Schalter im Cockpit kann der
Fahrer drei Basiskennfelder für unterschiedliche Fahrbahnbeläge
vorwählen. Im Asphalt-Modus (Tarmac) sind die Steuerprogramme des Mittendifferenzials
für maximales
Tempo auf trockenem Untergrund eingestellt, im Schotter-Modus (Gravel) auf
optimale
Balance zwischen Antriebs- und Lenktraktion und im Schnee-Modus (Snow) auf
bestmögliche Fahrstabilität.
Zu dem Mehr an Leistung kommt ein Weniger an
Gewicht. Dachkonstruktion, Kotflügel, Fronthaube
und Seitenaufprallschutz sind aus Aluminium. Die Dachkonstruktion brachte
eine Gewichtseinsparung
von vier Kilogramm, eine Absenkung des Fahrzeugschwerpunktes um drei Millimeter
und eine
signifikante Erhöhung der Gesamtsteifigkeit.
Klimatisierter Sportler
In Kooperation mit den Fahrwerksspezialisten von Bilstein wurden Hochleistungs-Stoßdämpfer
entwickelt,
die präziser auf unterschiedliche Straßenbeläge reagieren,
die Fahrstabilität und Traktion erhöhen und
zudem Nickbewegungen des Aufbaus reduzieren. Zur Verringerung der ungefederten
Massen tragen
auch die extrem leichten 17-Zoll-Räder von BBS bei. Sie sind aus geschmiedetem
Aluminium.
Der Auftritt des neuen Lancer Evolution IX
orientiert sich nicht nur bei dem gewaltigen Heckflügel
aus Kohlefaser stark am Erscheinungsbild des Einsatzfahrzeugs aus der Rallye-Weltmeisterschaft
WRC.
Die Front ist geprägt von einem markanten Kühlergrill in Maschenoptik
und einem neuen,
aerodynamisch optimierten Stoßfänger mit zusätzlichen Lufteinlässen.
Innen sorgen Recaro-Sportsitze für eine
optimale Körperführung bei sportlicher Gangart ebenso wie
für ermüdungsfreie Langstreckenfahrten. Cockpit, Instrumente und
Bedienelemente unterscheiden
sich kaum vom Vorgänger. Für die Familientauglichkeit sorgt nicht
nur eine durchaus ausgewogene
Fahrwerksabstimmung, sondern auch die reichhaltige Serienausstattung unter
anderem mit
Zentralverriegelung per Fernbedienung und elektrisch einstell- und beheizbare
Außenspiegel in
Wagenfarbe. Dazu kommen Klimaautomatik und Radiovorbereitung mit sechs Lautsprechern.
Die Sicherheitsausstattung bietet Sport-ABS-Bremssystem mit elektronischer
Bremskraftverteilung,
Fahrer- und Beifahrer-Airbag, einen speziellen Seitenaufprallschutz in den
vorderen Türen
sowie Gurtstraffer vorn.
In der Basisversion kostet der Evo IX 39.490
Euro.
Das Sport Paket mit Carbon-Heckflügel, Bilstein-Stoßdämpfer
und
17-Zoll-BBS-Leichtmetallräder wird für einen Aufpreis von 2.500
Euro angeboten.